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Der digitale Zwilling

Der digitale Zwilling

Kommentar von Jan Rougoor, Siemens AG, Karlsruhe

Welchen Mehrwert und welchen Nutzen die Digitalisierung für die Prozessindustrie hat, haben wir Jan Rougoor gefragt. Er ist Digitalization Consultant bei der Siemens AG in Karlsruhe. Sein Statement: “Der digitale Anlagenzwilling spiegelt den Paradigmenwechsel weg vom Ansatz ‘as built’ hin zu ‘as is’.”

Die Prozessindustrie durchläuft im Zuge der Digitalisierung ähnliche Veränderungen wie die diskrete Fertigung. Beide Industrien reagieren auf Megatrends und Herausforderungen wie unter anderem Ressourcen-Verfügbarkeit, wechselnde Marktbedingungen, notwendige Prozess-Effizienz und die Einhaltung umfangreicher Regularien und Vorschriften. Um diese Aufgaben zu bewältigen, stehen zahlreiche neue Technologien zur Verfügung, bei deren Implementierung die Prozessindustrie gegenüber der Fertigungsindustrie merklich zurückhaltender agiert.

Jan Rougoor, Siemens AG

Als Begründung hören wir aus der Branche, dass Prozessanlagen einen deutlich längeren Lebenszyklus haben als Fertigungsstraßen, und für Anlagen, die vor 30 oder mehr Jahren in Betrieb genommen wurden, keine digitalen Unterlagen existieren. Dafür jedoch gibt es den sogenannten Brownfield-Approach – also die Digitalisierung von vorhandenen Anlagen bzw. deren Daten in 1-D, 2-D und 3-D, um auch von ihnen einen digitalen Zwilling zu realisieren.

Für die Erstellung des digitalen Zwillings einer gesamten Anlage werden umfangreiche Daten verarbeitet, wie beispielsweise von den mechanischen Komponenten und deren Interaktion miteinander. Welche Vorteile der digitale Zwilling einer Anlage bietet und was ihn vom bisherigen modus operandi unterscheidet, lässt sich in einem Satz sagen: Er ersetzt die bisherige statische Dokumentation durch einen dynamischen Ansatz. Der Anlagenbauer übergibt dem Betreiber nach der Anlagenfertigstellung nicht mehr nur eine Sammlung physischer oder digitaler Dokumente. Er gibt ihm vielmehr Zugriff auf ein lebendiges Anlagenmodell als umfassendes digitales Äquivalent der Wirklichkeit. Die Daten liegen entweder auf einem Server oder in einer Cloud, wie beispielsweise der MindSphere von Siemens. Dieses Vorgehen ist die Konsequenz aus einem spürbaren Paradigmenwechsel weg vom Ansatz as built, dem Zustand wie geplant – hin zum sogenannten As-is-Zustand.

Mit dem digitalen Anlagenzwilling gehen viele Vorteile einher. So kann der Betreiber anhand des live object model und den daraus verfügbaren Echtzeit-Daten beispielsweise Störfälle effizienter handhaben als bisher. Miteinander vernetzte Daten geben Auskunft darüber, ob die Störung auf ein fehlerhaftes Bauteil zurückzuführen ist oder ob es ggf. am Prozessverhalten lag. Außerdem können auf Basis eines virtuellen Modells, das Betriebs-, Konstruktions-, Wartungs- und Engineeringdaten in Echtzeit wiedergibt, jederzeit Apps für weitergehendes Datenmanagement und/oder –analyse entwickelt werden.

Mehr Informationen dazu auf der Achema in Frankfurt vom 11. bis 15. Juni in Halle 11.0, Stand C3 oder über die Homepage

Quelle: Siemens

Veröffentlicht von

Eva Linder

Das Schöne an der VERFAHRENSTECHNIK ist für mich die Branchenvielfalt und die Nähe zum Anwender.

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