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Türkei will mit Nachhaltigkeit bei deutscher Prozessindustrie punkten

Türkei will mit Nachhaltigkeit bei deutscher Prozessindustrie punkten

Türkische Maschinen- und Anlagenbauer verzeichnen Zuwächse beim Export in die deutsche Prozessindustrie. Für die Zukunft betont Kutlu Karavelioğlu (Bild) als Präsident des Verbandes Turkish Machinery die Bedeutung tiefgehender Wertschöpfungsanalysen mit dem Ziel der Kreislaufwirtschaft. Nachhaltigkeit sei keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Der türkische Maschinenbau als solcher sei breit gefächert und etablierter Ausrüster und Zulieferer für die deutsche Prozessindustrie. Nach Angaben des Verbandes Turkish Machinery werden Maschinen und Anlagen für 23 Branchen entwickelt und produziert. Insgesamt hat der türkische Maschinenbau im Jahr 2021 Waren im Wert von 23 Mrd. US-Dollar exportiert. Die größten Exportmärkte sind die Europäische Union und die USA.

Im Vergleich Februar 2021 versus 2022 haben Hersteller von Bau -und Bergbaumaschinen mit 270 Mio. Euro nach den ersten beiden Monaten des Jahres ein Plus von 29,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Typische Zulieferer für die Prozessindustrie wie die Hersteller von Pumpen und Kompressoren (191 Mio. US-Dollar, +5,3 Prozent), von Heizgeräten und Öfen (73 Mio. US-Dollar, +8,9 Prozent) sowie von Ventilen und Armaturen (111 Mio. US-Dollar, +7,7 Prozent) mussten sich dagegen mit moderaterem Wachstum begnügen. Spitzenreiter in Sachen Wachstum waren die Hersteller von Turbinen und Turbojets, die im Januar und Februar 2022 nach einem Plus von 88 Prozent bei 163 Mio. US-Dollar Umsatz lagen.

Bezogen auf die Abnehmerbranchen weltweit verzeichnete der Gummi- und Kunststoffverarbeitung mit einem Plus von 60 Prozent auf 46 Mio. US-Dollar das größte Wachstum im Betrachtungszeitraum. Gefolgt von der Baustoffindustrie (+29 Prozent, 270 Mio. US-Dollar) und der Lebensmittelindustrie (+20 Prozent, 91 Mio. US-Dollar). Der Export in die Lebensmittelindustrie nach Deutschland ist sogar um 44,7 Prozent gestiegen, hat aber nach wie vor ein eher bescheidenes Niveau von nur gut 2 Mio. US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2021 konnten die Exporte in die Baustoffindustrie nach Deutschland, Großbritannien und in die USA geradezu sprunghaft um 87,9 Prozent auf 292 Mio. US-Dollar zulegen. Nach aktuellem Auftragsstand erwartet der Verband für 2022 über alle Teilsegmente ein weltweites Wachstum von mehr als 5 Mrd. US-Dollar, was einer Steigerung von rund 22 Prozent gegenüber 2021 entspräche.

Ohne hierzu konkrete Zahlen zu nennen, berichtet Turkish Machinery ferner, dass der Schwerpunkt der Exporte im Bereich der Petrochemie auf Destillations- und Rektifikationsanlagen gelegen habe. Für die Recyclingbranche seien derweil vor allem Brecher, Förderer, Waschanlagen und Extruder geliefert worden. Insbesondere aufgrund erwarteter Investitionen in ein Pfandrückerstattungssystem hätten türkische Maschinenbauer hier erhebliche Kapazitätserweiterung vorgesehen.

Derweil betont Kutlu Karavelioğlu als Präsident von Turkish Machinery die Bedeutung einer Nachhaltigkeitsbetrachtung aus allen Perspektiven einschließlich tiefgehenden Analysen der Wertschöpfung mit dem Ziel der Kreislaufwirtschaft: „Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit “Es sei unumgänglich, neue Studien und Konzepte in Bezug auf die Produktions- und Konsumgewohnheiten einzubeziehen und das eigene Handeln zu überdenken.

Passend dazu verschafft das türkische Handelsministerium Unternehmen im Rahmen der durch die Europäische Kommission ins Leben gerufenen Aktion „Financing the green transition“ Zugang zu Ressourcen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu ermitteln und entsprechende Aktionspläne herauszuarbeiten. Hierfür stehen sowohl staatliche Stellen, Finanzdienstleister, Wissenschaftler und Fachleute aus der Praxis in engem Kontakt und arbeiten Digital-Mentoring-Programme aus. Ismail Gülle, Präsident der türkischen Exportvereinigung Turkish Exporters Assembly (TIM), sagte hierzu: „Wirtschaftswachstum muss vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden“.

Im August 2022 nehmen fast 30 Firmen aus der Türkei an der Achema in Frankfurt teil. Auch der Verband Turkish Machinery wird dann mit einem Infostand vertreten sein.

 

Autor: Peter Reinhardt, Chefredakteur „Verfahrenstechnik“

Foto: Turkish Machinery

 

 

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