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Fachbeitrag: Digitale Transformation der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Siemens Xcelerator für Spanien

14.04.2024
von Redaktion VERFAHRENSTECHNIK
Deoleo ist ein Hersteller, Abfüller und Vermarkter von Olivenölprodukten und hat die Software Opcenter aus dem Siemens Xcelerator-Portfolio implementiert.

Von unterbrochenen Lieferketten bis zu inflationsbedingten Preissteigerungen: Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie steht aktuell vor großen Herausforderungen. Deshalb treibt Spanien die digitale Transformation der Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit Siemens Xcelerator voran.

Grund für die Herausforderungen sind die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die geopolitische Lage sowie makroökonomische Auswirkungen der Inflation. Infolgedessen sehen immer mehr Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie die Notwendigkeit, die digitale Transformation stärker voranzutreiben.

Im Hinblick auf die Prozessoptimierung konzentriert sich der Industriezweig dabei auf zwei Aspekte: Zum einen sollen Prozesse gestrafft werden, um maximal effizient zu sein und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu erhöhen. Zum anderen sollen Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Höchste Priorität ist es jedoch, auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Von der Sonne verwöhnt

Geschmack, Qualität und Vielfalt der Produkte, die weltweit exportiert werden, machen Spanien zu einem der führenden Länder in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Das Land ist der viertgrößte Agrarexporteur in Europa. Nach Angaben des spanischen Staatssekretärs für Handel des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Unternehmen exportieren mehr als 30.000 Unternehmen Lebensmittel- und Getränke aus Spanien. Dies entspricht fast 20 Prozent der gesamten Exporte des Landes.

Durch die Digitalisierung ihrer Anlagen und Prozesse durchläuft die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Spanien bereits einen enormen Wandel. Die folgenden Beispiele veranschaulichen, wie Siemens-Technologie dazu beiträgt, die digitale Transformation Spaniens voranzutreiben: von der nachhaltigen und noch widerstandsfähigen Hopfenproduktion über die Digitalisierung der Olivenölproduktion bis hin zum effizienten Energiemanagement eines großen multinationalen Softdrink-Konzerns.

Nachfolgend lesen Sie einige Beispiele

Deoleo

Deoleo ist heute einer der weltweit größten internationalen Hersteller, Abfüller und Vermarkter von Olivenölprodukten. Das Unternehmen mit Hauptsitz im spanischen Rivas-Vaciamadrid vertreibt Marken wie Bertolli, Carapelli, Carbonell, Koipe und Figaro. Weltweit beschäftigt Deoleo mehr als 600 Mitarbeitende. Im Jahr 2022 erzielte Deoleo einen Umsatz in Höhe von 827 Millionen Euro, was einer Umsatzsteigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Nachhaltigkeits- und Produktionsziele von Deoleo erfordern ein effizientes digitales System mit einer zentralen Plattform für die Kontrolle der verschiedenen Variablen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Um diese Anforderung zu erfüllen, hat Deoleo die Opcenter Software aus dem Siemens Xcelerator Portfolio implementiert. Deoleo kann eine starke Erfolgsbilanz bei Verbesserungen im Bereich Nachhaltigkeit vorweisen. Durch kontinuierliches Engagement und den Einsatz von Siemens Technologie konnte das Unternehmen seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen von Kohlendioxid im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 2.350 Tonnen reduzieren. Dies entspricht einem Rückgang von 66 Prozent. Deoleo setzt sich auch weiterhin für eine nachhaltige Entwicklung in der Branche ein: Im Jahr 2022 flossen 36 Prozent der Investitionen des Unternehmens in Nachhaltigkeitsinitiativen.

CCEP

Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) ist einer der umsatzstärksten unabhängigen Abfüller der Coca-Cola Company. Das Unternehmen produziert, vermarktet und vertreibt seine Produkte in Westeuropa, Australien, Indonesien und auf den Pazifischen Inseln. Es bedient über zwei Millionen Kunden in 29 Ländern. Die Geschäftseinheit Iberia von CCEP, die Spanien, Portugal und Andorra umfasst, verfügt über sieben Abfüllanlagen für Erfrischungsgetränke und vier für Mineralwasser.

In Spanien hat CCEP mehr als 270.000 Kunden, die potenziell mehr als 130 Millionen Menschen versorgen können. Im Jahr 2022 erzielte CCEP einen Umsatz von 17,3 Millionen Euro, was einer Steigerung von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Bereich Klimaschutz hat sich CCEP zum Ziel gesetzt, bis 2040 in seiner gesamten europäischen Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat CCEP einen Fahrplan aufgestellt, der unter anderem die Verringerung des CO2-Fußabdrucks in allen Tätigkeitsbereichen durch die Kontrolle des Energie-, Wasser- und Rohstoffverbrauchs und natürlich die Reduzierung des CO2-Ausstoßes vorsieht. Zur Überwachung dieser KPIs wurde die Siemens Software Energy Manager PRO implementiert. Sie erfasst alle relevanten KPIs, wodurch eine vollständige Marktanalyse aller Anlagen ermöglicht wird.

Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden.

CCEP hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden

Ekonoke

Ekonoke ist ein Start-up-Unternehmen mit der Mission, den nachhaltigen Anbau von Pflanzen, die nur unter besonderen klimatischen Bedingungen wachsen, voranzutreiben und die Wertschöpfungsketten für diese Lebensmittel neu zu definieren. Das Unternehmen verknüpft modernste wissenschaftliche Erkenntnisse im Indoor-Anbau mit neuen Technologien, um einen klimaresistenten Hopfenanbau zu ermöglichen. Im Jahr 2018 wurde Ekonoke zu einem Pionier im Indoor-Hopfenanbau. Das Start-up ist aktuell dabei, auf ein industrielles Niveau zu skalieren, weshalb der Umsatz derzeit noch relativ niedrig ist (2023: 92.000 Euro). Hopfen ist äußerst anfällig für Wetterschwankungen, Trockenheit und hohe Temperaturen im Sommer.

Der Indoor-Anbau entwickelt sich zunehmend zu einer alternativen Anbaumethode, um die Unabhängigkeit des Hopfenanbaus zu erhöhen. Indoor-Hopfenanbau ist der Anbau von Hopfen auf mehreren, vertikal gestapelten Ebenen in Innenräumen. Bei dieser Anbaumethode wird auf Pestizide verzichtet. Zudem ermöglicht der Indoor-Anbau die Nähe zu den Brauereien und die Unabhängigkeit von klimatischen Bedingungen. Indoor-Farming führt zu einer Reduktion des Wasserverbrauchs um bis zu 95 Prozent. Außerdem können hierbei ausschließlich erneuerbare Energien eingesetzt werden. Zusätzlich wird auch die Effizienz gesteigert: Während auf herkömmlichen Feldern eine Ernte pro Jahr möglich ist, können im Innenanbau bis zu vier Ernten pro Jahr erzielt werden.

Ekonoke hat sich zum Ziel gesetzt, die Widerstandsfähigkeit und Rentabilität der Hopfenproduktion zu verbessern. Nach den Tests in der Laborphase wird der Indoor-Hopfenanbau mit Hilfe von Siemens-Technologie industrialisiert, um die Anbaumethode für den Einsatz in anderen Ländern zu replizieren und das Projekt in einen industriellen Maßstab zu überführen. Im Idealfall befindet sich die Indoor-Farming-Anlage dabei immer in der Nähe der Brauereien. Ziel ist es, dass der Hopfen nicht mehr um die Welt reist, sondern dass sich Technologie und Wissen auf die Reise begeben. Nach erfolgreicher Erprobung der Idee wird Siemens die Aufgabe übernehmen, diese Prototyp-Technologie zu digitalisieren und ausfallsicher zu machen.

Ekonoke ist ein Start-up-Unternehmen für den Indoor-Anbau von Hopfen auf mehreren vertikal gestapelten Ebenen.

Ekonoke ist ein Start-up-Unternehmen für den Indoor-Anbau von Hopfen auf mehreren vertikal gestapelten Ebenen

Quelle: Siemens

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