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NE198,197 und 186

Namur Empfehlungen erschienen

15.08.2024
von Redaktion VERFAHRENSTECHNIK
Die Namur hat neue oder aktualisierte Empfehlungen und Arbeitsblätter herausgegeben.

Die Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie (Namur) hat neue oder aktualisierte Empfehlungen und Arbeitsblätter herausgegeben.

Bei den Empfehlungen (NE) und-Arbeitsblättern (NA) handelt es sich um Erfahrungsberichte und Arbeitsunterlagen, die die Mitglieder erarbeitet haben. Namur weist darauf hin, dass sie „keine Gewähr für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der NE und NA übernimmt. Jede Verwendung durch Mitglieder oder sonstige Dritte erfolgt in eigener Verantwortung und auf das eigene Risiko des Verwenders. Schadensersatzansprüche sind ausgeschlossen, soweit diese nicht auf zwingenden gesetzlichen Haftungsvorschriften beruhen. Einzelheiten regeln die Satzung und die Vereinsordnung oder die zwischen NamurR und Dritten getroffene Vereinbarung.“

NE und NA haben nicht den Grad des Konsenses von technischen Normen (zum Beispiel DIN-Normen) oder Richtlinien (zum Beispiel VDI-Richtlinien). Sie stellen lediglich Empfehlungen der Namur dar. Nicht deutsche Ausgaben sind eine Übersetzung. Im Zweifelsfall ist der deutsche Originaltext anzuwenden.

Empfehlung NE198

„Kontextualisierung von Produktionsdaten in der Prozessindustrie“ (Ausgabe: 2024-08-12)

Die industrielle Praxis zur Umsetzung von Digitalisierungsstrategien im Bereich der Produktionssteuerung und -analyse zeigt substanzielle Herausforderungen im produktionsnahen Informationsmanagement auf. Wesentliches Hemmnis zur zielgerichteten Analyse und Verwendung von Produktionsdaten ist heute nicht mehr das Fehlen geeigneter Schnittstellen oder ein unzureichender Aufbau von Datenpools, sondern vielmehr das fehlende Wissen um die Semantik und den Kontext, der bei der Generierung der Daten gegolten hat. Zudem gewinnen Analyseprozesse unter Einbeziehung von Kontextbezug weiter an Wert und können damit aussagekräftigere Ergebnisse liefern. Aus der Erkenntnis dieser bis dato bestehenden Schwachstellen ergibt sich die Motivation für den Aufbau eines Kontext-Managements zur verbesserten und aufwandsärmeren Analyse und Bewertung von Produktionsdaten. Unter Kontext-Management wird hier eine zeitnahe Erstellung, Bereitstellung und Nutzung der Be-ziehungsstrukturen von produktionsbezogenen Daten verstanden.

Ziele der NE198 sind

  • den Nutzen und die Notwendigkeit der Kontextualisierung von Produktionsdaten zu adressieren
  • Kontextkategorien, die im Umfeld des operativen Betriebs und der Prozessdatenanalyse wichtig sind, aufzuzeigen und zu klassifizieren
  • Möglichkeiten der systemtechnischen Umsetzung zu skizzieren
  • Anforderungen an systemtechnische Umsetzungen zur Kontextualisierung zu formulieren
  • den Bezug zu den Konzepten der NAMUR Open Architecture aufzuzeigen.

Die Anforderungen zum Aufbau eines betrieblichen Kontext-Managements werden aus Sicht von Praxiserfahrungen und künftigen Erwartungen beschrieben. Anwendungsfälle werden beispielhaft skizziert

Weitere Empfehlung und ein neues Arbeitsblatt

Empfehlung NE 197

„Instandhaltungskonzept statt EX-Geräteprüfung“

Größtmögliche Sicherheit und hohe Anlagenverfügbarkeit bei optimalen Kostenrahmen sind die Hauptaufgaben der Instandhaltung in der Prozessindustrie. Ziel der Instandhaltung ist die Erhaltung des sicheren, funktionsfähigen Zustands eines Assets und darüber hinaus die Anlage auf dem Stand der Technik zu halten. Häufig existiert in Unternehmen ein Instandhaltungskonzept, um die genannten Ziele zu erreichen.

In dieser NE sollen Hilfestelllungen gegeben werden, um vorhandene Instandhaltungskonzepte so anzupassen, dass diese den Anforderungen an ein Instandhaltungskonzept im Sinne der Nr. 5.4 entsprechen. Ziel dieser Namur Empfehlung ist es, den Umfang eines Instandhaltungskonzeptes so zu beschreiben, dass auf die regelmäßigen Prüfungen (Anhang 2 Abschnitt 3 Punkt 5.2 BetrSichV), verzichten werden kann.

Arbeitsblatt NA186

„Interaktionen und Verantwortlichkeiten des PLT-Engineerings in der Montage- und Inbetriebnahme-Phase“ (Ausgabe: 2024-08-09)

Das Planen und Errichten verfahrenstechnischer Anlagen ist ein komplexer Prozess mit vielen beteiligten Personen, Einheiten und Firmen sowie einer entsprechenden Vielzahl von Schnittstellen, an denen Verantwortung und Informationen übergeben werden müssen. Verschiedene Namur Dokumente geben zu diesem Themenkreis bereits Hilfestellungen, zum Beispiel das NA 035 (PLT-Planung und -Abwicklung in der Prozessindustrie) und NA 117 (PLT-Montageunterlagen, Funktionsprüfung sowie Personalqualifikationen).

Das neue NA 186 beleuchtet speziell die Einbindung des PLT-Engineerings in die Montage- und Inbetriebnahme-Phase. Mit dem Blick auf die Projektphasen Construction, Commissioning und Start-Up stellt es die beteiligten Rollen sowie die verwendeten Dokumente und deren Inhalte dar. Weiterhin wird eine Übersicht über die einzelnen Tätigkeiten gegeben, wobei ein besonderer Fokus auf der Beschreibung der jeweiligen typischen Verantwortlichkeiten liegt. Abgerundet wird das NA durch eine Betrachtung weitergehender Aspekte wie dem Inhalt eines Project Execution Plans, der Terminplanung und der Dokumentation.

Interessenten können die Empfehlungen ab sofort bei der Geschäftsstelle beziehen. 

Quelle: Namur c/o Bayer ((Bild: gopixa – stock.adobe.com)

 

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