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Viele FKM sind nicht PFAS frei

Meweo: PFAS Thematik nicht unterschätzen

24.05.2023
von Redaktion VERFAHRENSTECHNIK
Die Definition von PFAS wurde im Verbotsvorschlag auf alle Substanzen ausgedehnt, die in ihrem Molekülaufbau mindestens eine CF2 - oder CF3 - Gruppe enthalten. Der Ansatz der ECHA ist laut Meweo dabei fragwürdig.

Viele unterschätzen die PFAS Thematik. Eigentlich alle FKM sind nicht PFAS frei. FKM und alle anderen fluorierten Elastomerwerkstoffe (auch FFKM, FEPM, PFA, FEP und PTFE) sind nach der im Verbotsvorschlag weit gefassten Definition per se PFAS.

Wenn der von fünf europäischen Behörden bei der Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eingereichte Vorschlag so umgesetzt würde, dann wären voraussichtlich ab 2026 Dichtungen aus FKM (und verwandte) nicht mehr erlaubt. Verboten werden soll die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Nutzung. Dies bedeutet aber auch, dass man selbst aus dem nicht europäischen Ausland keine Dichtungen aus fluorierten Elastomeren mehr einsetzen dürfte. Manche Branchenspezialisten schätzen, dass dadurch in einigen Bereichen über 80 % der Produktion nicht mehr möglich wäre. Aber es gibt Stimmen, die die Aufforderungen dagegen vorzugehen als Panikmache bezeichnen.

Alle Substanzen mit mindestens einer CF2-Gruppe

Hintergrund: Die Definition von PFAS wurde im Verbotsvorschlag auf alle Substanzen ausgedehnt, die in ihrem Molekülaufbau mindestens eine CF2 – oder CF3 – Gruppe enthalten. Der Ansatz der ECHA ist laut Meweo dabei fragwürdig. So gibt es wesentliche Kritikpunkte am Vorgehen der Behörde, die von verschiedenen Branchenverbänden geteilt werden.

Kritikpunkte

Diese sind: 1. Die Behörden verlangen von den betroffenen Anwendern zu erklären, warum ihre Produkte nützlich oder relevant sind und warum man sie nicht durch etwas anderes ersetzen kann. Dies ist eine Umkehr der Beweislast. 2. Der Zeitraum für eine Beweisführung ist mit sechs Monaten sehr kurz angesetzt. Außerdem werden große Anwenderkreise in den vorgefertigten Onlineabfragen nicht berücksichtigt. 3. Der Vorschlag wurde nur in Englisch verfasst, gilt aber für alle 27 EU Mitgliedsstaaten und umfasst über 1.500 Seiten. 4. Die Tatsache, dass PFAS Werkstoffe als unverwüstlich eingestuft werden, wird als Verbotskriterium herangezogen. Langlebig sind aber auch viele andere Materialien wie Glas, Beton oder Edelstahl. 5. Zu guter Letzt soll eine Gruppe von mehr als 10.000 Chemikalien verboten werden, nur weil sie strukturelle Ähnlichkeiten mit anderen schädlichen Chemikalien haben.

Meinung: Dies würde uns um Jahre zurückwerfen

Für einige Fachleute steht außer Zweifel, dass ein Verbot von fluorierten Polymeren wie FKM oder FFKM die europäische Industrie um Jahrzehnte zurückwerfen würde. Alle innovativen Prozesse benötigen Hochleistungselastomere. Und besonders für die Green Deal Bereiche Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoffelektrolyse und Elektroantriebe sind diese Werkstoffe unabdingbar. Gäbe es hierzu Alternativen, hätte der Kostendruck längst zum Ersatz dieser teuren Materialien geführt. Außerdem gelten nach verschiedenen Studien (und nach einer OECD Guideline) Fluorpolymere als Substances of Low Concern. Sie lösen sich weder in Wasser noch gelangen sie unbeabsichtigt in den Körper.

Deshalb ist es verständlich, dass viele Anwender das Thema scheinbar gelassen angehen, es nicht ernst nehmen oder meinen, dass ein Verbot nicht kommen wird. Weil aber unterschiedliche Szenarien denkbar sind, versucht unter anderem Meweo nun, gemeinsam mit anderen Unternehmen, der ECHA die Supply Chain aufzuzeigen – vom Mischer über den Hersteller von O-Ringen über Distributoren hin zu Herstellern von Pumpen oder Armaturen.

Quelle: Meweo / Bild: molekuul.be – stock.adobe.com

 

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