Hier klicken!

Select Page

Textilfasern aus Milch

Textilfasern aus Milch

Alte Idee, neues Rezept

Bildquelle: Brabender

Wenn Anke Domaske an „Das Beste aus der Milch“ denkt, kommt ihr nicht die Extraportion Calcium in den Sinn. Sie denkt an Stofffasern, Hundeknochen, Biopolymere und Kosmetik, alles aus eigener Produktion. Diese haben eines gemeinsam: Ihr Rohstoff ist Kuhmilch. Vor fünf Jahren gründete die junge Entrepreneurin Anke Domaske Qmilk und gewann mit ihrer Idee, aus nicht trinkbarer Milch Fasern herzustellen, den Start-up-Preis der Stadt Hannover. Seitdem ist sehr viel passiert: Aus Versuchen in der heimischen Küche ist ein produzierendes Unternehmen mit einer Reihe interessanter Produkte geworden.
Aus Milch isoliert Qmilk das Casein. Die Produkte sind alle zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. „Das war am Anfang auch das große Problem“, erzählt Anke Domaske. Die Mikrobiologin wollte auf den Einsatz von Chemikalien verzichten, um eine möglichst natürliche Faser zu erhalten. „Alles begann damit, dass mein Stiefvater an Krebs erkrankte und auf die meisten Stoffe allergisch reagierte. Er konnte einfach keine Kleidung mehr kaufen, weil die chemische Belastung der Stoffe zu hoch war. Daraufhin habe ich mich auf die Suche nach alternativen Fasern gemacht und bin auf Stoffe aus Casein gestoßen.“
Deren Herstellung nach der ursprünglichen Rezeptur war alles andere als natürlich. Die Fasern wurden beispielsweise mit Formaldehyd behandelt – ein Unding für die Biologin. Nachdem die Suche nach universitärer Unterstützung für das Projekt nicht von Erfolg gekrönt war, kaufte sich Anke Domaske ihre erste Versuchsausstattung kurzerhand im Supermarkt und führte die ersten Versuche in der eigenen Küche durch. „An Fahrt gewann unser Projekt dann, als wir den Förderpreis der Stadt Hannover erhielten. Damit haben wir Qmilk gegründet und uns auf der Powtech 2011 nach geeigneten Partnern umgesehen.“
Hier entstand auch der Erstkontakt zu Brabender Technologie. Brabender hat Qmilk von Anfang an begleitet und war von den ersten Versuchen bis zur Produktionsausstattung mit dabei. Für Versuche im Faserinstitut Bremen stellte Brabender Technologie den kleinen Dosierer Mini-Twin und später den Doppelschneckendosierer DDSR20 leihweise zur Verfügung. Schnell stellte sich heraus, wie kompliziert eine Faserproduktion ist. Heute weiß Anke Domaske: „Die Herstellung von Granulat wäre für den Anfang einfacher gewesen. Aber zu Beginn wusste ich noch viel zu wenig über Verfahrenstechnik und wie aufwändig die Garnproduktion ist.“ Heute ist ihr bewusst, wie wichtig die Harmonie zwischen Rezept und Dosierer ist, denn gerade Naturprodukte sind nicht immer einfach im Handling. „Ohne die Unterstützung von starken Partnern wie Brabender Technologie wäre die Entwicklung des Herstellungsprozesses gar nicht möglich gewesen, denn uns fehlten ja damals jegliche Investoren. Wir waren auf die Expertise von Unternehmen angewiesen“, blickt sie zurück. Die Dosierung ist für sie heute der Stellhebel für Qualität: „Ich denke, dieser Punkt wird häufig unterschätzt.“

 

 

 

Veröffentlicht von

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Translate »
 
Share This

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen