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Prozessdaten gezielt nutzbar machen

Prozessdaten gezielt nutzbar machen

Die PDE Process Data Engineering GmbH steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss eines nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Wolf (Bild) wegweisenden Projekts: Ziel des Auftraggebers, ein in der Förderung von Öl und Gas tätiger Konzern, war es, die Qualität der Lagerstätten in Zukunft besser als bisher beurteilen zu können. Ein entscheidender Parameter hierbei ist der Verwässerungsgrad des über die einzelnen Bohrungen geförderten Gases. Denn das mitgerissene Lagerstättenwasser muss in einer Trocknungsanlage abgetrennt, in Tanks gesammelt und dann – gegebenenfalls nach vorheriger Aufbereitung – über sogenannte Versenksonden wieder in den Boden verpresst werden. Je mehr Wasser in die Lagerstätte eindringt, desto höher ist der Aufwand für diese Aufbereitung und desto weniger lohnt sich die Förderung.

Die bisherig vor Ort genutzten Verfahren, den exakten Verwässerungsgrad zu bestimmen, beruhten auf sehr zeitaufwändigen und kostspieligen Versuchen und wurden entsprechend selten durchgeführt. Alternativ standen die monatliche Abrechnungszahlen der transportierten Wassermengen aus den Tankwagen zu den Versenksonden als Datenbasis zur Verfügung. Beide Möglichkeiten reichten nicht für eine qualifizierte Beurteilung aus, da sie die Veränderungen im Zeitverlauf nicht abbildeten und im zweiten Fall – als Monatswerte – zu ungenau waren.

„Wir haben dem Kunden vorgeschlagen, für die Berechnung des Verwässerungsgrades direkt die Tankstandsmessungen zu verwenden“, sagt PDE-Geschäftsführer Jörg Wolf. „Damit lassen sich auch für kürzere Zeiträume, typischerweise einen Tag, sehr genaue Ergebnisse erzielen“, so Jörg Wolf weiter. Durch die Trenddarstellung des auf Tagesbasis ermittelten Verwässerungsgrades je Bohrung können beispielsweise die Veränderungen im Zeitverlauf in der Lagerstätte schnell erkannt werden.

So einfach die Vorgehensweise klingt, so komplex ist die Umsetzung, die jahrelange Erfahrung und Knowhow in der Prozessdaten-Analyse erfordert. Zum einem galt es, eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. So stellte sich zu Beginn des Projekts heraus, dass bei einer größeren Anzahl von Tanks immer wieder mehr oder weniger deutliche Fehlmessungen auftraten. Manche Messungen waren zeitweise komplett ausgefallen. Als weitere Anfangshürden erwiesen sich der unterschiedliche Wasseranfall, die Berücksichtigung der regelmäßigen Tankentleerungen sowie Schwankungen infolge von Temperaturunterschieden. Dem Expertenteam gelang es in monatelanger Detailarbeit und in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort, alle Probleme nach und nach zu lösen.

Jetzt ist die Endphase des Projekts erreicht. Wie die fortlaufende Tests vor Ort zeigen, ist die Fehlerquote bei der Datenerfassung deutlich auf konstant unter fünf Prozent gesunken. Die neu gewonnenen Daten werden gleichzeitig für Abrechnungszwecke sowie als Nachweis gegenüber den Behörden genutzt.

„Dieses Projekt ist ein erneuter Beweis, was sich aus den vorhandenen Prozessdaten herausholen lässt, wenn man sie nutzbar macht. Entsprechend wird dieses Projekt – stellvertretend für andere Anwendungsfälle auf der Achema 2021 im Fokus unseres Leistungsspektrums stehen“, erklärt Jörg Wolf.

Denn es geht in allen Industriebereichen – ob Energie-, Chemie oder Umwelttechnik – stets um den Dreiklang aus der Erfassung relevanter Prozessdaten, dem technischen Verständnis des zugrundeliegenden Prozesses und der Beherrschung der (IT-)Werkzeuge, um aus den Daten das notwendige Wissen zu generieren.

Quelle: PDE

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Veröffentlicht von

Eva Linder

Das Schöne an der VERFAHRENSTECHNIK ist für mich die Branchenvielfalt und die Nähe zum Anwender.

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