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Die Verfahrensingenieurin persönlich: Manuela Schmidlin

Die Verfahrensingenieurin persönlich: Manuela Schmidlin

“Leider sehe ich in Deutschland weniger Frauen in Führungspositionen als in Brasilien.”

In unserer neuen Serie sprechen wir mit Frauen über Ihren Job als Ingenieurin und zum Teil auch über ganz persönliche Dinge. Manuela Schmidlin ist Verfahrensingenieurin und arbeitet als Specialist PUR bei Joyson Safety Systems in Aschaffenburg

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Chemieingenieurin zu werden?

Mein Vater war meine große Inspiration, um Chemieingenieurin zu werden. Er hat eine lange Zeit als Projektleiter im Bereich Öl & Gas gearbeitet. Und ich kann mich noch daran erinnern, dass ich seine alten A3-Blätter als Blätter für meine Hausaufgaben aus der Schule verwendet habe. 

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Mein Alltag als Entwicklerin ist sehr dynamisch. Ich arbeite im Labor mit unterschiedlichen Chemikalien, führe Versuche in unserer Pilotanlage an, nehme an Meetings mit neuen Lieferanten teil und unterstütze nebenbei unsere Produktion weltweit.  

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Die enge Zusammenarbeit zwischen Produktion, Forschung & Entwicklung unserer Firma beeindruckt mich. Es wird viel Zeit und Kraft aufgewendet um Probleme zu lösen, Prozesse zu verbessern oder einfach, um eine neue Idee zu untersuchen.     

Was hat Sie dazu bewegt, von der Copacabana ausgerechnet nach Mannheim zu gehen?

Das war sicherlich nicht das Wetter! Aber die Stadt mit ihren Straßenbahnen – es war Liebe auf den ersten Blick. Die Innenstadt war so schön und lebendig für eine frisch zugezogene Studentin. Die Kooperation zwischen meiner Universität aus Brasilien (Universidade Federal Fluminense) und der Hochschule Mannheim war für ein Semester geplant. Aber ich bin länger geblieben und habe dort meinen Masterstudiengang abgeschlossen.    

Wie vereinbaren Sie Beruf und Familie?

Es ist ein Leben mit zwei Jobs – man braucht viel Organisation und Planung. Zurzeit haben wir zwei Apps auf dem Handy installiert, die uns bei der Organisation zuhause helfen. Damit kann ich schnell online etwas meinem Mann mitteilen und die Info speichern, die wir später diskutieren müssen. Die Tage fangen sehr früh an, gegen 6 Uhr, und enden, wenn die letzte Aufgabe erledigt ist. Mein Leben ist quasi eine lange To-Do-Liste.  

Sie haben in Brasilien studiert. Wie ist dort die Rolle der Frau im Ingenieurberuf bzw. Studium?

Als ich Studentin war, haben Frauen die Hälfte unserer Klasse ausgemacht. Und die Mehrheit hat das Studium abgeschlossen. Als Praktikantin bei Siemens in Rio de Janeiro hatte ich mit drei Frauen als Abteilungsleiterinnen zu tun. Leider sehe ich in Deutschland weniger Frauen in vergleichbaren Positionen.

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Veröffentlicht von

Eva Linder

Das Schöne an der VERFAHRENSTECHNIK ist für mich die Branchenvielfalt und die Nähe zum Anwender.

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