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10 Jahre Interessengemeinschaft Regelwerke Technik IGR

10 Jahre Interessengemeinschaft Regelwerke Technik IGR

10 Jahre Interessengemeinschaft Regelwerke Technik IGR

Die Fusionswelle, IT-Sicherheit für MSR-Systeme und der steigende internationale Wettbewerbsdruck fordern die Chemiebranche heraus. Vor diesem Hintergrund feierte die Interessengemeinschaft Regelwerke Technik (IGR) vor kurzem im Industriepark Höchst ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Fachforum. Die Diskussion zeigte: Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen die Betriebsingenieure Wissen und Erfahrungen firmenübergreifend vernetzten.

Die wachsenden technischen Anforderungen in der Verfahrenstechnik, sinkende personelle Ressourcen und die vollvernetzte Produktion einer Chemie 4.0 zwingen Anlagenbetreiber zum Umdenken. Während die Unternehmen früher neue Regelwerke auf sich allein gestellt umgesetzt haben, ist heute mehr Kooperation gewünscht. Die IGR unterstützt ihre Mitglieder, technische Regelwerksanforderungen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen zuverlässig und wirtschaftlich umzusetzen.

Der Industrieverband hat seinen Ursprung in der Neuausrichtung und Umstrukturierung der damaligen Hoechst AG. Ziel war, Wissen, das über 130 Jahre aufgebaut wurde, zu erhalten, weiterzuentwickeln und anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Am 20. Juni fand das Jubiläum in der Alten Messwarte des Industrieparks Höchst statt. Dr. Hans-Jürgen Henkel, stellvertretender Vorsitzender des IGR-Vorstands, begrüßte die rund 100 Jubiläumsgäste. Hierzu zählten nicht nur renommierte Experten und Manager der Mitgliedsfirmen, wie von Celanese, Sanofi-Aventis oder Infraserv, sondern auch von anderen Verbänden, z. B. der Namur.

Martin Rauser, Vorsitzender des Vorstands, eröffnete die Vortragsreihe. „In zehn Jahren wurde die Zahl der Mitglieder verdoppelt. Heute engagieren sich über 350 Experten aus 30 Unternehmen ehrenamtlich für nachhaltiges Wissensmanagement sowie aktive Regelwerksverfolgung und -entwicklung.“ Die Mitgliedsfirmen haben jederzeit Zugriff auf das Expertennetzwerk der IGR, tauschen sich fachlich aus und erarbeiten so schnell praxisorientierte Lösungen. „Und noch etwas, das den Erfolg unserer Arbeit zeigt: Immer mehr Mitgliedsfirmen kommen aus anderen Standorten außerhalb des ehemaligen Hoechst-Konzerns“, resümierte Martin Rauser.   

Dr. Thomas Tauchnitz, Sanofi-Aventis und Vorstandsmitglied der Namur, thematisierte die aktuellen Herausforderungen für Betriebsingenieure. Durch Verkleinerung der Unternehmen entfallen zunehmend Fachstellen, was zur Vereinzelung der Ingenieure in den Betrieben führt. Zugleich steigen aber die Anforderungen zur Implementierung technischer Maßnahmen, auch mit Blick auf die hochaktuellen Themen IT-Security und vollvernetzte Produktion (Industrie 4.0). „Die IGR hilft, diese immer größer werdende Lücke zwischen sinkenden personellen Ressourcen und wachsenden Anforderungen zu verringern. Der Betriebsingenieur kann auf das System von IGR-Experten zurückgreifen und erhält bspw. Technik-Guidelines und Schulungsmaterialien. Deshalb ist die firmenübergreifende Zusammenarbeit in der IGR so bedeutsam“, erklärte Tauchnitz.

Um 10 Jahre IGR aus Sicht eines Dienstleisters ging es im Vortrag von Dr. Dieter Stolz, Head of Engineering & Consulting bei Siemens. „Die heterogene Gemeinschaft aus Betreibern und Dienstleistern innerhalb der IGR bietet signifikante Vorteile. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven bilden den Nährboden für innovative und prozessorientierte Ideen und Lösungen, die Ressourcen und Kosten einsparen. Die Kooperation von Betreibern und Dienstleistern kreiert Mehrwert, von dem beide profitieren“, konstatierte Dr. Stolz.

Dr. Friedrich Stoll, ehemaliges Mitglied des IGR-Vorstands und vormals Leiter des Kompetenzcenters Werkstofftechnik, gab einen historischen Rückblick zur Entwicklung der IGR. „Die IGR ist ein Erfolgsmodell. Die Idee aus den neunziger Jahren hat sich durchgesetzt und bietet Mehrwert durch Wissensteilung für alle Mitglieder über Betriebsgrenzen hinweg. Die IGR ist die aktive Plattform für die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch“, sagte Dr. Stoll.

Beim abschließenden fachlichen Austausch kamen die Experten auch ins Gespräch mit Vertretern der Fachpresse. Wissensmanagement wurde als die wichtigste Ressource gesehen, um Wettbewerbsvorteile in einem sich dynamisch entwickelnden Marktumfeld zu sichern. Dafür haben die Experten schon den nächsten Termin im Blick. Beim IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2017 für Mitglieder stehen Ende September die nächsten Zukunftsthemen auf dem Programm: Industrie 4.0 – Chancen für die Prozessindustrie und weitere Fachvorträge aus den Kompetenzcentern Mechanik und Verfahrenstechnik, Elektro-, Mess- und Regeltechnik, Prozesssicherheit und Werkstofftechnik.

Zur IGR

Die IGR ist ein Zusammenschluss von 30 Gesellschaften der chemischen und pharmazeutischen Industrie und ihrer Dienstleiter nach genossenschaftlichen Prinzipien zur gemeinsamen Erhaltung und Weiterentwicklung der technischen Kompetenz bei der Planung, Genehmigung, Errichtung, dem Betrieb, der Instandhaltung bis zum Rückbau verfahrens- und energietechnischer Anlagen. Die IGR verfolgt systematisch technische Regelwerke und stellt den Mitgliedern Arbeitshilfen für die die betriebliche Praxis zur Verfügung. Die Kompetenzen der IGR umfassen die für die chemisch-pharmazeutische Industrie wesentlichen Fachgebiete Mechanik und Verfahrenstechnik, Elektro-, Mess- und Regeltechnik, Werkstofftechnik und Prozesssicherheit.

 http://www.igrtechnik.de

Die Referenten und der Moderator: (v.l.) Dr. Thomas Tauchnitz, Dr. Friedrich Stoll, Dr. Dieter Stolz, Dr. Hans-Jürgen Henkel (Moderator), Martin Rauser (Foto: IGR)

Die Referenten und der Moderator: (v.l.) Dr. Thomas Tauchnitz, Dr. Friedrich Stoll, Dr. Dieter Stolz, Dr. Hans-Jürgen Henkel (Moderator), Martin Rauser (Foto: IGR)

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